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Lebensgemeinschaften um die Quallen Viele Quallen leben im offenen Meer. Man trifft sie aber auch in Riffnähe an und sie sind eine beliebte Nahrung für Fische und andere Tiere. Betrachtet man die Quallen von Nahem, so findet man häufig eine Gruppe kleiner Fische, die in ihren nesselnden Tentakeln schwimmen. Mehr als 20 Fischarten sollen mit Fahnenquallen und Wurzelmundquallen zusammenleben. Meist suchen Jungtiere Schutz unter oder in den Medussenschirmen. So etwa die Quallenfische (Nomeus gronovii , die Erntefische (Peprilus alepidotus) oder die Jungfische der Stachel-Makrele (Gnathanodon speciosus).
Oft liegen die Vorteile ganz auf der Seite der Begleitfische, denn sie ernähren sich mit von der Beute der Quallen und auch hie und da von der Meduse selbst. Sie zeigen also parasitische Züge.
Einige Fische, etwa die Stachelmakrele greift sogar Feinde der Qualle an und lotsen die Qualle mit Schnauzenstössen in die entgegengesetzte Richtung. Ausserdem frisst sie Schleimfahnen ab, die über die Mundöffnungen ausgeschieden werden. Gold-Makrelen wechseln zu einem grösseren Wirt, während sie wachsen und verlassen ihn ganz und ernähren sich später auch mal gerne von Quallen. Der Erntefisch frisst im Jungstadium nur den Mundschleim, später auch Teile des Schirmrandes: Als ausgewachsenes Tier frisst er schliesslich seinen früheren Partner, die Kompassqualle gänzlich auf.
Die Fische sind nicht wie die Anemonenfische mit einer Schutzschicht aus Schleimsekreten vor den Nesselzellen ausgerüstet, scheinbar braucht es jedoch eine bis zu 10fache Menge des Nesselgiftes, um einen Begleitfisch wie den Quallenfisch zu töten.
Sogar im Innern der Quallen leben Tiere wie etwa der schmarotzende Flohkrebs (Hyperiidae) oder die Larven von Langusten und knabbern unterwegs an ihrem Chauffeur. Der Kurzschwanzkrebs (Brachyura) wohnt in der Furchenqualle (Versuriga anadyomene) und lotst seine Qualle weg von Feinden, indem er wahrscheinlich die Schirmmuskulatur auf der einen Seite reizt, was ein Richtungswechsel bewirkt.